Feuerperlen

Bei dem Versuch, sich in ein Dominastudio einzuschleichen, fliegt Hazel auf. Sie gibt an, eine Autorin auf Buchrecherche zu sein.
Anstatt sie wegen Hausfriedensbruchs zu verklagen, reicht die wütende Domina sie an das Sadasia weiter. Dort wird Hazel unter die Obhut von Master Sean gestellt. Sie willigt ein, bei ihm ein vierwöchiges Sub-Training zu durchlaufen, um am eigenen Leib zu erfahren, was es bedeutet, devot zu sein.
Schon bei der ersten Lektion erfährt sie schmerz- und lustvoll, dass Master Sean seinen Titel nicht zu Unrecht trägt - er nimmt sich, was er will, gibt ihr mehr, als sie jemals erhalten wollte.
Doch Hazel verfolgt ganz andere Ziele. Sie ist auf der Suche nach gefährlichen Dominanten, die ihre Freundin Grace in den Tod trieben. Während Master Sean mit jeder Session tiefer in Hazel vordringt, befürchtet Hazel, dass er etwas mit dem Selbstmord von Grace zu tun hat. Warum sonst verbietet er ihr, die Kellerräume des Sadasias aufzusuchen?
Hazel findet sich in einem Strudel des Lustschmerzes wieder, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt ...

Der vierte Band aus Linda Mignanis Reihe rund um den "Federzirkel".

Erschienen: 12/2012        Genre(s): Soft-SM / BDSM          Sprache: Deutsch
Seiten:  204       Themen:  Dominanz & Unterwerfung         Verlag: Plaisir d'Amour
Preis:  14,99€ / 6,99€       Format:  Print, PDF, EBUB, Kindle

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Leseprobe
Sean spürte nicht nur die Belustigung seines Partners Keith, diese stand dem Kerl breit ins Gesicht geschrieben. Keith grinste, sodass er einem Schiffbrüchigen ähnelte, auf dessen Insel eine nackte Frau angespült wurde, die unter dem Arm drei Familienpizzen sowie obendrein eine Gerte trug und auf deren üppigem Hinterteil eine „Spank me!“-Tätowierung prangte. Mit seinen einsachtzig war Keith kleiner als Sean, jedoch verfügte er über die Statur eines Suffolk Punches, einer englischen Kaltblutpferderasse, und der Gewandtheit eines Leoparden. Lässig lehnte Keith mit verschränkten Armen an der Wand.
Sean warf ihm einen dunklen Blick zu, verspürte den Wunsch, eine schüchterne Subbie vor sich zu haben, die wusste, wann es vorteilhaft war, die Klappe zu halten. Keith wackelte vergnügt mit den Augenbrauen.
„Was ist los, Master Sean, Lust mir für mein ungebührliches Verhalten den Popo zu versohlen?“
„Nur wenn du dir vorher den flauschigen Arsch epilierst.“ Ein tiefes Seufzen entschlüpfte Sean, denn unerbittlich nagte die Erkenntnis an ihm, dass er sich mehr auf die Spezialaufgabe freute, als gut für ihn war. Die Inhaber des Federzirkels, die Sullivan-Brüder, hatten ihm den Gefallen abgerungen, schließlich liebte er Herausforderungen, und diese versprach eine originelle Verlockung. Der Stress der vorherigen Monate forderte seinen Tribut. Der letzte harte Einsatz zerrte noch immer an seinen Nerven. Zudem unterwanderten gefährliche Dominante die BDSM-Szene, veranstalteten ein risikoreiches abartiges Spiel und nahmen es wohlwollend in Kauf, ihre Opfer zerstört zurückzulassen. Es wäre eine Erholung, sich mit einer angenehmen Tätigkeit zu beschäftigen, ein Puzzle aufzudecken, das ihm Freude bereitete.
Manchmal stellte es eine Seuche dar, dass er und Keith sich in- und auswendig kannten. Keith bedeutete ihm viel, er war nicht nur seine rechte Hand im Sadasia, sie besaßen zudem ein langjähriges Vertrauensverhältnis, anders ging es nicht bei einer Spezialeinheit. Nachdem sie den Terrorschauplätzen nach außen hin den Rücken zugekehrt hatten, eröffneten sie eine Gartenbaufirma, Roses and More, und das Sadasia, einen privaten BDSM-Club. Ab und zu erledigten sie ein paar Sonderaufträge, entledigten sich des Unkrauts dieser Welt auf eine besondere Weise, während sie woanders Rosenbüsche pflanzten.
Sean platzierte sich hinter dem Schreibtisch und legte sein einschüchterndes Mastergesicht auf. Keith quittierte es mit einem amüsierten Schnauben.
Sobald die Sullivans mit der kleinen Sub eintrafen, würde Keith genauso bedrohlich wirken wie er. Hazel Brandon tat ihm ein wenig leid.
Normalerweise behandelten sie eine unerfahrene Sub mit Nachsicht sowie einem freundlichen Gesicht, ließen sie anfangs einen Hauch von Dominanz spüren, bis sie Vertrauen fasste, aufgeschlossen für weitergehende Maßnahmen war. Schmerz und Lust waren ein schmaler Grat, zu leicht konnte man in den Abgrund stürzen oder die Sub gnadenlos hinunterstoßen.
Dieser Fall strotzte vor Ungereimtheiten. Ihnen war eine angebliche Autorin ins Netz gegangen, die sich ins Chili, ein befreundetes Dominastudio, eingeschlichen hatte, mit dem Ziel, Material für ein Buch zu sammeln, das auf die Gefahren und die Genüsse in SM-Beziehungen hinwies. Sie versuchte tatsächlich, durch ein Kellerfenster zu klettern, blieb stecken und landete obendrein mitten in einer Session von Mistress Sarah, die noch nicht entschieden hatte, ob sie sich über den Vorfall köstlich amüsierte oder Erzürnung überwog.
Das mit dem Manuskript hatte Hazel zumindest bei dem Verhör mit John Sullivan behauptet, der ihr das mit den Recherchen nicht glaubte, doch zurzeit nicht die Energie besaß, selbst hinter ihre wahren Beweggründe zu kommen. Wahrscheinlich wusste John, dass Sean eine angenehme Ablenkung benötigte.
Der Federzirkel hatte die angebliche Autorin nicht nur festgesetzt, sondern gelangte auch zu der Erkenntnis, dass die ganze Geschichte zum Himmel stank und Hazel Brandons Motive einen triftigen Hintergrund hatten. Sie wirkte verzweifelt. John, der oberste Maestro des Federzirkels, vermochte hilflosen Frauen nicht zu widerstehen, daher hatte er Hazel das Angebot unterbreitet, sie in das Sadasia einzuführen und unter die Obhut von Sean zu stellen. Sie war so klug oder so dumm, die Offerte anzunehmen. Hazel würde als neue Sub im Sadasia ein intensives Programm durchlaufen, um ein gut recherchiertes Manuskript bei ihrem Verlag abgeben zu können. Das hatte John mit ihr vereinbart, in dem Wissen, dass sie log.
Allerdings kannte der Verleger sie nicht. Er hatte nicht gelogen, als Sean bei ihm aufgetaucht war. Der Kerl hatte ihn angesehen, als ob der Grinch persönlich vor ihm in Erscheinung getreten wäre, bewaffnet mit einem Filetiermesser.
Sean klappte die Kladde auf, die ihr Dossier enthielt und überflog den Bogen. Das Wort „nein“, in einer angenehmen klaren Handschrift, sprang ihm fast bei jeder Frage entgegen.
Laut den Unterlagen besaß sie weder eine ausgeprägte devote Ader noch hatte sie jemals daran gedacht, dass jemand sie anal fickte. Lügen über Lügen, die ihm eine Menge Spielraum gewährten. Lustvoller Schmerz war ihr fremd. John hatte ihm mitgeteilt, dass sie ihre Neigung mit allen Mitteln verleugnete, angeblich nur auf die Auswirkungen hinweisen wollte, die Lustschmerz mit sich brachte. John hatte ihn angelächelt wie ein Schaf, das von einem Vampir gebissen wurde und sich gerade in ein Geschöpf der Nacht verwandelte.
„Du wirst sie hart und gleichzeitig sanft anpacken müssen, es sollte dir leichtfallen, schließlich beherrschst du das Spiel perfekt … Master Sean."
Wo waren die Zeiten hin, als ihn niemand einschätzen konnte? Es war ein Fluch, sich mit erfahrenen Dominanten abzugeben, die selbst ihn durchschauten. Keith räusperte sich und ähnelte einer dämonischen Version von Shrek. Bei der Frage, ob sie sich ein Spanking vorstellen könnte, hatte sie „nur mit der Hand“ daneben geschrieben.
Unerfahrene Subbies unterschätzten die Pein, die eine Handfläche auszulösen vermochte, ebenso den psychischen Aspekt der Furcht, die starke Erregung hervorrief, sofern der Master das Handwerk beherrschte.
Ein Klopfen an der Tür kündigte ihren Besuch an. Sean konnte es kaum erwarten, das Projekt Hazel in Angriff zu nehmen. John und Dean lieferten sie persönlich im Sadasia ab. Die dunklen Brüder schenkten ihm ein tiefschwarzes Grinsen.
Das mitleiderregende Ding trug zwar keine Fesseln, doch die Sullivans umfassten ihre Arme und schleppten sie halb in den Raum. Sie versuchte, den Griff zu sprengen, der Rücken war kerzengerade, und sie hatte ein wundervolles Blitzen in den Augen.
Eine Kämpferin.
Als sie Sean ansah, wich ihr die restliche Farbe aus dem Gesicht. Vielleicht übertrieb er es. Sie sollte nicht aus Angst zusammenbrechen, noch ehe er sie berührte. Und anfassen würde er sie, bis sie zitternd vor, unter und auf ihm lag, vor ihm kniete, ihm den roten Arsch entgegenreckte, die Scham nass und geschwollen vor Begierde.
Eine kleine kurvige Herausforderung, mit schulterlangen Haaren in einem Mokkaton und Augen in der Schattierung von gutem Brandy. Mit Mühe unterdrückte er ein Schmunzeln, da ihre üppige Weichheit ihm zusagte, was die Sullivans wussten. Dann das pralle Gesäß, es juckte ihn in den Fingern, seine Zeichnung auf ihm zu hinterlassen. Sie benötigte kein „Spank me!“-Tattoo, ihr Hinterteil war geschaffen für einen Master.
Er konnte es kaum abwarten, sie nackt zu sehen, die Fülle der Brüste in den Handflächen zu wiegen, während sie ihre Lust bekämpfte. Ein Master zu sein, beinhaltete eine Reihe von Vorteilen; sie würde sich seinen Befehlen nicht widersetzen können. Das würde sie nur schaffen, wenn sie auf der Stelle aufgab und das Arrangement beendete.
Und das würde sie nicht, das Funkeln in ihren Augen zeigte es ihm deutlich, jedoch besaß sie nicht den Hauch einer Chance, gegen ihn zu bestehen. Zudem stand ihr klar ins Gesicht geschrieben, dass sie ein Geheimnis hütete, ein Geheimnis, das ihr zusetzte, so sehr, dass sie sich auf den Deal eingelassen hatte, vier Wochen ein intensives Training von ihm zu erhalten.
Jetzt musste er herausfinden, was ihre wahren Gründe waren.