Mitternachtserwachen

Die Jägerinnen der Marbhadair wurden dazu erschaffen, Gerechtigkeit auf der Erde sicherzustellen, doch sie wurden vom Wahnsinn befallen. Auf ihrem grauenvollen Kreuzzug löschten sie Liors Familie aus. Die Andersartigen hatten keine Wahl, als sie vom Angesicht der Erde zu wischen. Doch nach all den Jahrhunderten geschieht das Unmögliche: Lior spürt die Präsenz einer Jägerin. Er hat nur noch das Ziel, sie zu finden und zu töten. Zudem wird die paranormale Welt von Morden erschüttert. Jemand macht Jagd auf die Vampire des Lichts und schreckt auch nicht davor zurück, die Vampire der Dunkelheit auszuweiden, denn ihre Knochen sind von unvorstellbarem Wert. Sämtliche Spuren führen zu Aileen McBride, die die Essenz einer Marbhadair in sich trägt. Lior findet Aileen, doch anstatt sie zu beseitigen, sträubt sich alles in ihm dagegen, sie zu verletzen. Stattdessen schleicht sie sich in sein Herz. Kann er ihr vertrauen? Oder verfolgt sie eigene Absichten? Allerdings können sich Lior und Aileen nicht gegen ihr Schicksal wehren, denn das hat längst die Karten für sie gemischt …

Erscheint: Herbst 2013     Genre(s):  Fantasy    Sprache: Deutsch
Seiten:  250   Themen:  Dominanz & Unterwerfung    Verlag: Plaisir d'Amour
Preis:  14,99€ / 6,99€    Format:  Print, PDF, EBUB, Kindle


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Trailer

Leseprobe
Aileen hielt auf dem kleinen Parkplatz in Kinghorn in der Nähe der Kinghorn Parish Church of Scotland an, die auch stolz den Titel The Kirk by The Sea trug. Sie spielte mit dem Gedanken hineinzugehen. Aileen hatte heute Böses gesehen und fühlte sich beschmutzt. Vielleicht würde sie im Inneren eine Antwort auf ihre Erlebnisse finden. Aileen mochte die friedliche Atmosphäre und wäre sogar bereit, den Priester anzusprechen. Was sollte sie ihm erzählen? Er würde sie für verrückt halten, selbst wenn er zu höflich wäre, es ihr ins Gesicht zu sagen. Und er würde ihr wohl kaum ein Kreuz überlassen, sodass sie sich gegen Vampire zu schützen vermochte. Außerdem war nicht der Blutsauger das Böse gewesen, sondern etwas Schlimmeres. Aber dennoch …
Sie schlug den Weg zur Kirche ein, stoppte jedoch unentschlossen. Sie müsste Togo draußen allein anbinden oder zurück zum Auto bringen, weil Hunde im Inneren nicht erlaubt waren. Ihre Haut prickelte bei der Erinnerung an die Vision. Der Vampir war chancenlos gewesen. Wer immer ihn auch ausgeweidet hatte, war mächtiger als eine Kreatur der Nacht. Und wie er sie angesehen hatte! Als wäre es gerade in dem Moment geschehen und sie hätte ihm helfen können. Wenn sie nur den Angreifer besser hätte erkennen können, doch sein Gesicht war die gesamte Zeit verborgen gewesen, wie hinter einem Schleier. Sie starrte auf die blauen Türen der Kirche. In den Steinen oberhalb war 1894 eingraviert. Dann schüttelte sie über sich selbst den Kopf. Dort würde sie keine Hilfe finden, und sie war noch niemals der Kirche als Institution zugetan gewesen. Sobald sie daran dachte, wie viele arme unschuldige Frauen zu Tode gefoltert worden waren oder den Feuertod gefunden hatten, nur weil sie den Kirchenmännern im Wege standen, wurde ihr schlecht. Wenn es einen Gott gab, würde er seine Kreationen alle lieben und nicht eine dazu benutzen, Religionen zu erfinden, die es zum Ziel hatten, die weibliche Hälfte zu unterdrücken und auszubeuten.
Sie träumte oft, dass sie lebendig verbrannt wurde. Allerdings hatte sie auch davon geträumt, dass sie ein Date mit George Clooney hatte, der allerlei unanständige Dinge mit ihr getrieben hatte.
Aileen erlaubte sich ein leichtes Lächeln, als sie an den Sextraum dachte. Sie war im Schlaf gekommen, war aufgewacht und hatte sich gestreichelt, bis sie einen erneuten Orgasmus erreicht hatte. Aber wirklich erfüllend war es nicht gewesen.
Ihr fiel ein, dass es auf der östlichen Seite noch die Ruinen der alten Kirche gab. Die Steine waren alt genug, dass sie bestimmt allerlei Eigenartiges erlebt hatten. Sie hatte den Ort schon immer als magisch empfunden. Auf dem Weg dorthin kamen sie an den alten verwitterten Grabsteinen vorbei. Ihr stellten sich die Nackenhaare auf, und Togo blieb wie festgewurzelt stehen. Ein tiefes Grollen kam aus seiner Kehle, und er zog die Lefzen hoch, was ihm sein welpenhaftes Aussehen raubte. Er sah auf einmal gefährlich und bedrohlich aus. Das reichte! Von unheimlichen Ereignissen hatte sie für heute genug. Aileen drehte sich entschlossen in die andere Richtung und rannte beinahe zu dem Laden, begleitet von Togo, der fröhlich neben ihr hertrabte und gar keine Ähnlichkeit mehr mit Cujo aufwies. Ein paar der Passanten lächelten ihr und dem Hund zu. Es war schwer, dem Charme des Vierbeiners zu widerstehen, der oft über seine Pfoten stolperte und die Angewohnheit hatte, ständig seine Augenbrauen hochzuziehen. Abrupt blieb sie stehen und drehte sich um, weil sie sich einbildete, dass jemand sie verfolgte. Das war absurd.
Aileen erledigte die Einkäufe und sah Togo drohend an. „Wenn du dich erneut an der Klobürste vergreifst, ziehe ich dir die Bratpfanne über dein pelziges Haupt.“
Er schenkte ihr ein Hundegrinsen, wusste er doch genau, dass sie ihn niemals mit etwas Härterem schlagen würde als mit einer zusammengerollten Zeitschrift, die er kaum durch das dicke Fell spürte.
Sie verstaute die Besorgungen im Lada und ließ Togo am Strand frei. Er sprang sofort in die eiskalte Nordsee und rannte anschließend bellend an der Uferlinie entlang. Er liebte Wasser und jagte den Wellen hinterher. Der Wind sowie der Geruch nach Salz und Meer verfehlten nicht ihre befreiende Wirkung. Dennoch beschlich sie erneut dieses unbehagliche Gefühl, angestarrt zu werden.